Stadtgeschichtsmuseum Schwerin

stadtgeschichtsmuseum, schwerin, Realisierungswettbewerb, 1.Platz, 2025
Ein neues Museum für die Stadtgeschichte Schwerins trägt nach seiner Errichtung zwei Facetten von Verantwortung:
Das Gebäude ist das Behältnis für die Vergangenheit der Stadt. Es bewahrt Artefakte, Geschichten und Interpretationen vergangener Jahrhunderte, die die Stadt prägten und formten. Alle, die möchten, dürfen an diesen Schätzen und Erkenntnissen teilhaben, um Erfahrung und Weisheit für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Gleichermassen ist ein Neubau für ein Museum in der Residenzstadt Schwerin auch eine kulturelle Haltung. Ein Widerspiel von Einordnung und Erhabenheit. Eine Frage von Respekt vor der gewachsenen Stadt und gleichzeitig eine Chance für die zeitgenössische Baukultur, die es zu nutzen gilt.
Der vorgeschlagene Entwurf ist beides: Ein Behältnis, das durch seinen Inhalt bewahrt, zeigt und erklärt und ein Haus, das für eine eigene Haltung steht, die das alte würdevoll erweitert und dennoch seine eigene Zeitgenossenschaft subtil erzählt.
Auf diese Weise wird es gelingen, die Stadt nicht nur durch die gesammelten Schätze und ihre Ausstellung zu bereichern. Das Gebäude selber reiht sich ein in das Ensemble der Residenz und wirkt als eigener, selbstbewusster Baustein der 20er Jahre dieses Jahrtausends.
Projektteam
axel burkhard
Frithjof meissner
Niklas Kelter
Thomas Stadler
VISUALISIERUNGEN: bloomimages, berlin

Zwei Ebenen architektonischer Verantwortung
Zwei Ebenen architektonischer Verantwortung
Mit dem Neubau eines Museums zur Geschichte Schwerins entsteht ein Ort, der in zweifacher Hinsicht Verantwortung trägt: Als Träger des kulturellen Gedächtnisses und als architektonischer Beitrag zur Stadtentwicklung.
Das Museum versteht sich einerseits als räumliches Archiv – als Gefäß für Objekte, Narrative und Interpretationen, die das historische Selbstverständnis der Stadt konstituieren. Es bewahrt, ordnet und vermittelt – offen zugänglich für alle, die an der Weitergabe kollektiver Erinnerung mitwirken möchten. Es steht damit in der Tradition öffentlicher Bildungsinstitutionen, die Vergangenheit nicht nur dokumentieren, sondern für Gegenwart und Zukunft lesbar machen.
Gleichzeitig formuliert der Neubau eine architektonische Haltung. In der Residenzstadt Schwerin – mit ihrem gewachsenen Gefüge und ihrer hohen stadträumlichen Dichte – ist jede bauliche Intervention eine Positionierung.
Der Entwurf sucht nicht nach Dominanz, sondern nach einer eigenständigen Präsenz, die sich aus dem Ort ableitet. Er balanciert zwischen Einfügung und Interpretation, zwischen städtischer Kontinuität und zeitgenössischem Ausdruck. Der vorgeschlagene Baukörper ist in diesem Sinne beides: Ein Speicher kultureller Inhalte und ein architektonisches Statement, das sich in das Ensemble einfügt, ohne sich anzupassen. Es ergänzt das Bestehende mit Würde – und bringt zugleich eine zurückhaltende Zeitgenossenschaft in die Sprache des Ortes ein.
So wird das Museum selbst Teil der Erzählung. Nicht nur durch das, was es zeigt – sondern durch das, was es ist.


STÄDTEBAULICHE SETZUNG

FÜGUNG

ADRESSBILDUNG UND VERNETZUNG


